Racebericht Ironman Frankfurt 2015

Renato Saredi

By Fabienne Eigensatz On Mittwoch, Oktober 07 th, 2015 · no Comments · In , ,

Es war ein wenig warm da! Sehr warm, ja heiss sogar….. 37 Grad zeigte das Thermometer in der Spitze am Sonntag an. Ich hatte im Vorfeld schon ein wenig ein mulmiges Gefühl, absolvierte ich doch vor gut zwei Jahren bei solchen Temperaturen den „Olympischen“ in Zürich und empfand das schon als extrem hart.

Nun, ich stellte mich darauf ein. Hauptsächlich damit, mir noch mehr Zeit zu lassen, das Ganze nicht als Wettkampf, sondern als abenteuerliche Reise anzusehen. Mit dieser Einstellung und einer konkreten Vorstellung, wie ich dies durchziehen möchte, startete ich am Sonntag morgen pünktlich um 7h ins Rennen. Unterstützt wurden wir durch eine ganze Armada von Streckenludern. „Wir“ das waren Benjamin (Bensch) Grauer, Karsten aus Braunschweig und ich selber. Als Supporter(innen) waren Petra und Moni von den Sportfreunden sowie Susi, Stefan und Loisi – drei Bekannte aus Frankfurt aktiv. Und wie wir diesen Support brauchten…

Gänsehautfeeling beim Schwimmstart, für die einen und für die anderen wieder ein etwas mulmiges Gefühl. Ich fragte mich, wie 2500 Triathlet(inn)en nach 700m um die Bojen wenden wollen. Tatsächlich, ein riesen Gerangel gleich nach dem Startschuss und fortan eigentlich fast auf der gesamten Schwimmstrecke. Irgendwie kam ich nicht richtig auf Touren, dachte ich sei schneller unterwegs. Nach gut 1.24h stieg ich aus dem Wasser. T1 war angesagt und das bedeutete für mich salben, salben und nochmals salben. Was es halt alles zu salben gibt! Ich liess mir da echt Zeit, denn der Tag war ja noch lange.

Raus aus T1 – schwungvoll Frankfurt entgegen. Die erste Runde über gut 90k ging ganz flott mit einem knappen 32er Schnitt. Die Hitze war tatsächlich noch nicht so richtig spürbar. Es lief besser als erwartet. Ich freute mich auf den Heartbreak Hill, wo unsere Streckenluder auf uns warteten. Es tat extrem gut, als ich durch laute Zurufe den „Berg“ hoch geschrien wurde. Auf der zweiten Runde allerdings wurde es dann echt mörderisch. Um 13.30h – nach gut 150k war es so richtig heiss und bei jeder kleinen Steigung, wo der Speed tief war, spürte ich die Backofenhitze, welche von den Strassen abstrahlte. Diese waren siedend heiss – so heiss, dass der Teer an gewissen Stellen schmolz, was mir fast zum Verhängnis wurde. Zusätzlich kam noch ein heisser Gegenwind aus der Richtung von Frankfurt auf. Die Stunde zwischen 13.30h und 14.30h war für mich echt die kritischste Zeit im gesamten Rennen. Ich reduzierte das Tempo ziemlich deutlich und liess von Bad Filbel runter die Beine hängen. Das war ein guter Entscheid, konnte ich mich doch bis zur T2 recht gut erholen.

T2 lief flotter – ok, wiederum salben und die Socken wechseln aber das lohnte sich gewaltig.

Die erste Runde des Marathons über 10.5k lief ganz gut. Die Supporter(inn)en waren wieder aktiv, nach gut 1.5k und nach 4.5k warteten sie auf uns. Feuerten uns an und trugen mich dabei Kilometer um Kilometer weiter. Hier war zusätzlich ein gutes Ernährungs- und Kühlungskonzept der Schlüssel zum Erfolg. Sieben!! Verpflegungsstellen auf 10.5k halfen da gewaltig. Ich joggte Runde um Runde ab und zweifelte dabei eigentlich nie daran, dass ich dies nicht schaffen werde. Vor allem in den Verpflegungsbereichen liess ich mir Zeit. Leider stieg Bensch nach gut 22k aus – sich aber zu spüren und zu wissen, wann fertig ist, war an diesem Tag fast schon überlebensnotwendig. Er hat richtig entschieden und nimmt dabei sehr viel Erfahrungen auf weitere Wettkämpfe mit.

Um 20.28h lief ich in den Zielbereich ein. Ein unbeschreibliches Gefühl, denn ich wähnte mich inmitten von prominenten Spitzensportlern, weil gefühlte 5000 Personen mich dabei bejubelten. Karsten aus Braunschweig lieft knapp 5 Minuten nach mir ein. Ich bin extrem zufrieden mit dem Erreichten und freue mich jetzt schon auf den nächsten Event.

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