Off-Season Fitness-Challenge

Der Erfahrungsbericht

By Petra Gerhardt On Montag, Oktober 19 th, 2015 · no Comments · In

Es war wieder soweit. Wie jedes Jahr durchlaufen viele Triathleten und andere Ausdauersportler die Höhen und Tiefen der saisonalen Trainingsgestaltung. Die Zeit der Wettkämpfe ist vorbei. Alkohol und gutes Essen wurden ausreichend konsumiert. Die Waage hatte nur eine Tendenz, nämlich stetig steigend . Die Schwimmbadsaisonkarte wurde lange nicht gesehen und Laufeinheiten wurden wieder mit «Joggen» bezeichnet und dauerten selten länger als 30 min. Kurz gesagt, Off Season war da.
Nun gibt es nach diesem süssen Nichtstun unweigerlich irgendwann den Moment an dem Hosen nur noch schwerlich zugehen und man – in meinem Fall – lieber Strumpfhosen und Leggings trägt. So richtig ist man aber noch nicht bereit für eine neue Saison und Training nach Plan. Man will sich bewegen, aber noch nicht im Triathlon-Modus.
Was tun? In weinseeliger Runde enstand so die Fitness-Challenge.
Die Teilnehmer waren schnell gefunden, es ging uns ja schliesslich allen gleich.

Die Regeln:
• Zeitraum 2 Wochen
• Ziel: Teilnahme an mindestens 9 offiziellen Fitness-Kursen in Migros Fitnessparks
• Ausnahme: Location-spezifischer Kurs wie z.B. Aqua-Fitness im Stockerhof darf (muss aber nicht) durch einen anderen Location-Spezifischen Kurs ersetzt werden
• Nicht ersetzt werden darf Zumba, Yoga, Pilates, BodyToning/BauchBeinePo
• Kurse die zweimal besucht werden zählen nur einmal

Klingt lustig? Wars auch, bis zum ersten Kurs. Ich möchte die von mir besuchten Kurse kurz erläutern. Wie meine Kontrahenten dies erlebt haben kann ich nicht beurteilen, aber ich vermute ähnlich.
1/9: Muscle Pump bei Doreen. In diesem Fall haben wir gleich die Drill-Seargant Version der Instruktorin erwischt. Es war hart, es tat weh…auch Tage danach noch
2/9: Voll motiviert schob ich Pilates gleich direkt nach. Eine Doppelstunde als «Hit-and-Run Schnellstart» für die Challenge. Pilates hatte ich schon einmal gemacht und dachte mir deshalb, dass das ja nun mehr Stretching und Entspannung ist. Nach einer Stunde Muscle Pump und völlig übersäuerter Muskulatur war der Genuss jedoch überschaubar.
3/9: Bauch, Beine, Po. Sollte man umbenennen in «Schmerz, Schwindel, Maximalpuls». Ich fing spätestens hier an mein Fitnesslevel in Frage zu stellen. War es möglich in 3 Wochen Pause alles, aber wirklich alles an Grundausdauer, Fitness und Kraft verloren zu haben. Ich schaute mich fassungslos um, waren am Ende die bunt gekleideten Fitnesshasen mir um Längen voraus was Fitness anging?
4/9: AquaFitness … oder wie gare ich mich bei 35 Grad im eigenen Saft. Es grenzt ja schon an Wahnsinn morgens mit einer Horde Senioren ins Wasser zu steigen – aus bakteriellen Gesichtspunkten. Ich habs beobachtet, zumindest bei den Damen hatte keine vorher geduscht. Das Ganze aber auch noch im 35 Grad warmen Solebad mit Lufttemperatur 40 Grad zu machen war schlichtweg gefährlich. Ich hoffte 45 Minuten lang, dass es den lustigen Vorturner als erstes ins Jenseits befördert, leider ohne Erfolg.
5/9: Zumba: Ich hatte mehr Angst und Alpträume als vor meinem ersten Wettkampf. Alle Beteiligten, also Vincent der Vorturner, alle Marias, Joses und andere von Geburt an hüftenschwingenden Teilnehmer aber auch wir als Zumba-Jungfrauen hielten das für einen schlechten Scherz. Wie zum Teufel kann man sich solche Schrittfolgen merken und warum sollte man sich das öfter als einmal antun. Wir sorgten für Aufsehen, Verzweiflung, Lacher und ganz viel Mitleid. Am nächsten Tag hatte ich Muskelkater in den FÜSSEN!
6/9: Stretching: Ich dachte mir, nach Aquafitness und Zumba hab ich das Schlimmste hinter mir. Stretching bei Doreen (siehe 1/9) bestand aus 60 Minuten Blackroll. Es wurde geknetet, gedrückt, gerollt und gedehnt was das Zeug hält. Wars effektiv – vermutlich. Tats weh – Ja und wie.
7/9: Yoga: Ähnlich wie bei Pilates eigentlich kein Neuland. Allerdings werden die Yoga-Tierwelt, allen voran der Hund in welcher Position auch immer, und ich keine Freunde.
8/9: Powertoning: Und wieder hatte ich Doreen erwischt. Omnipresent, sieht jeden kleinen Fehler und ist in der Lage mit gemeinen Übungen 3 Tage Schmerz zu verursachen. Ab einem gewissen Punkt hatte ich keine Kontrolle mehr über meine Oberschenkelmuskulatur, das Wort «Brennen» hatte einen neuen Höhepunkt definiert. Ich war mir sicher die nächsten 3 Tage keine Treppen steigen zu können.
9/9: Spinning / Indoor Cycling: herrlich gewohnte Dinge zu tun, die man auch noch selbst steuern kann. Fast schon langweilig.

Fazit: Ich weiss wo meine Defizite sind. Die eine oder andere Stunde wird sicher in mein Traininsgprogramm einfliessen. Gerade Kraftausdauer und Übungen zur Stabilität sind für Triathleten eine gute Ergänzung.
Wer hat gewonnen? Eigentlich egal, es tat weh und wir haben viel gelacht – schön wars.

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