Racebericht Triathlon Uster 2016 – von Willy Monti

Vom Rookie zum alten Hasen in einem Jahr?

Prolog

Seit dem letzten Racebericht von meiner ersten Halbdistanz am Ironman Rapperswil 70.3 ist nun erst ein Jahr vergangen, und es hat sich einiges getan in dieser Zeit. Viele Trainingseinheiten wurden abgespult und die Hoffnung, mal nicht mehr ganz am Ende der Rangliste zu erscheinen, motivierten mich als Altersklasse-Athlet (vor allem das Wort Alter wird bei mir seiner Bedeutung vollends gerecht) immer wieder aufs Neue! Nach einem geglückten Saison-Highlight in Rapperswil dieses Jahr und mit zunehmendem Bauchumfang meiner Verlobten (ja, daran habe ich auch mitgewirkt!) wurde die weitere Saison-Planung aber etwas heikel, und Prioritäten mussten auch mal verschoben werden. Doch juckte es mich dann doch noch einmal, einen Wettkampf in dieser Saison zu machen. Der Bauch meiner Herzdame blieb ruhig, und ich schlug vor, dann in Uster nur rasch den „Short“ zu machen. „Nix da, wenn schon, dann richtig!“ meinte sie, und ich meldete mich am Samstagnachmittag für meine für mich eher unbeliebte Olympische Distanz (1500/40/10) an.

Willy in Rappi

Raceday

Ich kam mit einem kleinen Gang gut in die Gänge und merkte schon bald und einmal mehr, dass es hier mit der „Non-Drafting-Policy“ nicht sehr ernst genommen wurde. Schliesslich hatten wir wenige Tage zuvor bei den Profis gesehen, wie das auf dieser Distanz läuft: Wer länger im Windschatten fährt, kann schneller laufen! Nach der ersten Runde genehmigte ich mir noch einen halben Riegel, der mir fast im Halse stecken blieb und mich zu Beginn der Laufstrecke noch „begleiteten“ sollte. Hätte ich doch bloss dieses Gel gekauft!

The swim

Wie immer startete ich hoch motiviert in den Wettkampf und „ruderte“ munter drauf los. Nach den Wendebojen ging es auch schon wieder zurück zum Strand, wo das allseits beliebte „swim-run-swim-again“ absolviert werden musste. Also musste nochmals zur zweiten und dritten Boje und erneut zum Ausstieg zurück geschwommen werden. Da ich nun bereits zum zweiten Mal aus dem Wasser kam, kannte ich die Prozedur, und es ging flott in Richtung T1 (für Laien: Wechselzone swim-bike). Dort angekommen war mein Helm nicht mehr auf dem Lenker, sondern lag am Boden und meine Brille daneben. Ich blieb cool, bin ja schliesslich kein Rookie mehr, und es ging auch fast so schnell wie sonst auch. Und nein, ich kann immer noch nicht mit den Schuhen in den Pedalen aufsteigen und werde es wohl auch nicht mehr lernen! Immerhin verzichte ich mittlerweile bis zur Halbdistanz auf Sportsocken und weitere Hilfsmittel wie z.B. Kompressionsbekleidung und den anderen Firlefanz.

The bike course

Ich kam mit einem kleinen Gang gut in die Gänge und merkte schon bald und einmal mehr, dass es hier mit der „Non-Drafting-Policy“ nicht sehr ernst genommen wurde. Schliesslich hatten wir wenige Tage zuvor bei den Profis gesehen, wie das auf dieser Distanz läuft: Wer länger im Windschatten fährt, kann schneller laufen! Nach der ersten Runde genehmigte ich mir noch einen halben Riegel, der mir fast im Halse stecken blieb und mich zu Beginn der Laufstrecke noch „begleiteten“ sollte. Hätte ich doch bloss dieses Gel gekauft!

The Run

Die Anweisung lautete: Rhythmus suchen und dann Vollgas. Die Realität war: Alle ziehen lassen und dann versuchen durchzukommen! Ok, so schlimm war’s nicht, und ich kam nach den ersten eins, zwei Kilometern, wo vermutlich alle etwas leiden, dann in meinen Trott. Ich hatte das Bild der Brownlee-Brüder im Kopf, die diese 10k im 100-Meter-Gallopp absolvierten, versuchte mich mental mit allerlei Tricks zum Schnellerlaufen zu motivieren (auch die Vorstellung einer ohne mich gebärenden Verlobten half nicht!), doch es ging einfach (noch) nicht schneller. Umso schöner war es, einige „Streckenluder“ der Sportfreunde Zürich und private Freunde an der Strecke zu sehen (ja, das habe ich gerade noch mitbekommen!).